Wetterentwicklung auf den Kanarischen Inseln

Wetterentwicklung auf den Kanarischen Inseln

Windwarnung und Küstenwarnung auf den Kanarischen Inseln – Aktueller Stand November 2025

Jorge berichtet heute, am 25. November 2025, über eine bemerkenswerte Wetterentwicklung auf den Kanarischen Inseln. Während ich diese Zeilen schreibe, befinden sich alle sieben Inseln in einem meteorologischen Ausnahmezustand. Die Generaldirektion für Notfälle hat gleich mehrere Vorwarnungen aktiviert, und draußen vor meinem Fenster auf Gran Canaria zeigt sich der Himmel in einem milchigen Gelb-Orange. Die Calima ist zurück, und sie hat Gesellschaft mitgebracht.

Die vergangenen Wochen haben uns hier auf den Kanaren eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich das Wetter ändern kann. Noch vor wenigen Tagen fegte die Borrasca Claudia über den Archipel und hinterließ 345 registrierte Zwischenfälle. Jetzt kämpfen wir mit Saharastaub, hohen Wellen und ungewöhnlich warmen Temperaturen für diese Jahreszeit. Die Behörden nehmen diese Situation sehr ernst, denn Sicherheit geht vor.

Fakten Details
Ort / Insel Alle Kanarischen Inseln
Datum 25. November 2025
Aktive Warnungen Prealerta Calima, Prealerta Küstenphänomene
Betroffene Küsten Nord- und Westküsten aller Inseln, besonders La Palma, El Hierro, Fuerteventura und Lanzarote
Wellenhöhe 2 bis 3 Meter kombinierte See
Quelle Gobierno de Canarias, AEMET, CECOES 112

Dreifache Prealerta: Calima, Küstenphänomene und erhöhte Temperaturen

Die aktuelle Wetterlage auf den Kanaren ist komplex. Seit dem 22. November gilt eine Prealerta wegen Calima für den gesamten Archipel. Die Staubkonzentrationen erreichen dabei besorgniserregende Werte. Auf den östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura messen die Sensoren Werte von über 200 Mikrogramm pro Kubikmeter. Auf den westlichen Inseln liegen die Konzentrationen zwischen 50 und 200 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Zusätzlich besteht seit dem Wochenende eine Vorwarnung wegen Küstenphänomenen. Diese betrifft die Nord- und Westküsten von La Palma, El Hierro, Fuerteventura und Lanzarote. Auch das nördliche Küstengebiet von La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria ist betroffen. Die Meteorologen erwarten eine kombinierte Wellenhöhe von 2 bis 3 Metern sowie Nordostwind mit Geschwindigkeiten zwischen 20 und 49 Kilometern pro Stunde.

Die Temperaturen steigen dabei ungewöhnlich stark an. In einigen Medianías könnten die Werte 30 Grad Celsius überschreiten. Auf Teneriffa wurde sogar der wärmste November seit 84 Jahren verzeichnet. Diese Kombination aus Hitze, Staub und starkem Seegang macht die Situation besonders herausfordernd.

Nach Borrasca Claudia: Die Kanaren erholen sich

Die aktuelle Wetterlage folgt auf ein dramatisches Ereignis. Vom 12. bis 13. November fegte die Borrasca Claudia über den gesamten Archipel. Es war der erste bedeutende Niederschlag des Herbstes 2025. Ich erinnere mich noch gut an diese Tage, als die Schulen geschlossen blieben und wir alle zu Hause ausharrten.

Die Bilanz war eindrucksvoll. Auf La Palma fielen bis zu 140 Liter pro Quadratmeter. In einigen Gebieten maß man in nur 12 Stunden Niederschlagsmengen von 80 bis 100 Millimetern. Die Windböen erreichten dabei Geschwindigkeiten von 90 Kilometern pro Stunde, besonders am Teide und in den Höhenlagen der westlichen Inseln. Das CECOES 112 registrierte während dieser zwei Tage insgesamt 345 Zwischenfälle, glücklicherweise ohne schwere Verletzungen.

Die Behörden reagierten schnell und professionell. Am 12. November um 12 Uhr aktivierte die Regierung die Wetterwarnung für Wind und Regen auf allen Inseln. Am 14. November konnte die Alerta für Niederschläge aufgehoben werden, die Vorwarnung wegen Küstenphänomenen blieb jedoch aktiv.

Rückblick: Wettergeschehen seit Juni 2025

Der ursprüngliche Artikel vom 21. Juni 2025 beschrieb bereits eine ähnliche Situation. Damals aktivierte die Generaldirektion für Notfälle eine Vorwarnung wegen Wind und Küstenphänomenen ab dem 10. Juli. Die Passatwinde aus Nordost erreichten Böen von über 80 Kilometern pro Stunde auf El Hierro, La Gomera, Lanzarote und in Teilen von La Palma.

Seitdem haben sich diese Wetterlagen mehrfach wiederholt. Im September gab es weitere Küstenwarnungen, und Anfang November erreichte die Situation mit der Borrasca Claudia ihren vorläufigen Höhepunkt. Die kanarische Regierung hat in diesem Zeitraum ihre Warnsysteme optimiert und die Kommunikation mit der Bevölkerung verbessert.

Ein besorgniserregendes Thema bleibt die Küstensicherheit. Im November wurden tragischerweise mehrere Todesfälle durch Welleneinbrüche verzeichnet. Deshalb fordern die Behörden alle Insulaner und Touristen eindringlich auf, die Warnungen ernst zu nehmen und sich von gefährdeten Küstenabschnitten fernzuhalten.

Aktuelle Sicherheitsempfehlungen der Behörden

Die Generaldirektion für Notfälle gibt klare Verhaltensregeln für die aktuelle Wetterlage. Bei starkem Wind sollten Sie Fenster, Balkontüren und Terrassentüren geschlossen halten. Blumentöpfe und lose Gegenstände auf Balkonen können zu gefährlichen Geschossen werden, deshalb sichern Sie diese rechtzeitig.

Meiden Sie Gebäude im Bau sowie Bereiche unter Dächern, Leuchtschriften oder Werbeschildern. Diese könnten bei starken Böen herabfallen und schwere Verletzungen verursachen. Für Autofahrer auf den Kanaren gilt: Reduzieren Sie die Geschwindigkeit und fahren Sie besonders aufmerksam, wenn Seitenwind aufkommt.

Die wichtigste Warnung betrifft die Küsten. Nähern Sie sich keinesfalls Molen, Wellenbrecher oder anderen Küstenbauwerken während der Prealerta. Bleiben Sie von Stränden mit roter Flagge fern, auch wenn das Meer ruhig erscheint. Die sogenannten „sneaker waves“ kommen ohne Vorwarnung und haben schon viele Menschenleben gefordert.

Besonders eindringlich warnen die Behörden vor Selfies an der Küste. Die spektakulären Wellen mögen verlockend wirken, doch das Risiko ist viel zu hoch. Kein Foto ist ein Menschenleben wert. Die Nachrichten der letzten Wochen haben gezeigt, wie schnell solche Situationen tragisch enden können.

Gesundheitshinweise bei Calima

Die aktuelle Calima-Situation erfordert besondere Vorsicht, vor allem für Menschen mit Atemwegserkrankungen. Die feinen Saharastaubpartikel können Asthma, chronische Bronchitis und andere Lungenkrankheiten verschlimmern. Auch ältere Menschen und Kinder sollten ihre Aktivitäten im Freien einschränken.

Wenn Sie unter Atemproblemen leiden, tragen Sie bei Aufenthalten im Freien eine Schutzmaske. Lüften Sie Ihre Wohnung in den frühen Morgenstunden, wenn die Staubkonzentration am niedrigsten ist. Trinken Sie ausreichend Wasser, denn die trockene Luft entzieht dem Körper Feuchtigkeit. Halten Sie Ihre verschriebenen Medikamente griffbereit.

Die Sichtweite kann bei starker Calima auf unter 3 Kilometer fallen. Das beeinflusst auch den Straßenverkehr und möglicherweise den Flugbetrieb. Wenn Sie in den kommenden Tagen fliegen müssen, informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Fluggesellschaft über mögliche Verzögerungen.

Ausblick und Fazit: Wachsam bleiben

Die Wetterexperten der AEMET erwarten, dass die Calima-Situation noch bis mindestens Mittwoch andauern könnte. Die Prealerta wegen Küstenphänomenen bleibt ebenfalls aktiv, solange die Nordwestdünung hohe Wellen an die Küsten trägt. Anfang der Woche könnten die Temperaturen in einigen Regionen sogar die 30-Grad-Marke überschreiten.

Was können Sie tun? Verfolgen Sie die aktuellen Meldungen der Generaldirektion für Notfälle und der AEMET. Die lokalen Radiosender berichten regelmäßig über Änderungen der Warnstufen. Auf der Webseite des CECOES 112 finden Sie ebenfalls alle wichtigen Informationen.

Ich werde Sie weiterhin auf dem Laufenden halten. Hier auf Info-Canarias berichten wir täglich über die wichtigsten Entwicklungen auf den Inseln. Bleiben Sie sicher, nehmen Sie die Warnungen ernst und genießen Sie dennoch die besonderen Seiten unseres Archipels. Denn nach jedem Sturm kommt die Sonne, und nach jeder Calima zeigt sich der Himmel der Kanaren wieder in seinem unvergleichlichen Blau.

Häufige Fragen (FAQ)

Was bedeutet Prealerta auf den Kanarischen Inseln?

Eine Prealerta ist eine Vorwarnstufe der kanarischen Behörden. Sie wird aktiviert, wenn ungünstige Wetterbedingungen zu erwarten sind, aber noch keine unmittelbare Gefahr besteht. Die Bevölkerung soll aufmerksam sein und sich auf mögliche Verschärfungen vorbereiten. Bei einer Alerta besteht hingegen eine akute Gefährdungslage.

Wie gefährlich ist die aktuelle Calima für gesunde Menschen?

Für gesunde Erwachsene stellt die Calima in der Regel keine ernsthafte Gesundheitsgefahr dar. Dennoch können gereizte Augen, Kratzen im Hals und leichte Atembeschwerden auftreten. Reduzieren Sie körperliche Anstrengungen im Freien und trinken Sie ausreichend Wasser. Menschen mit Vorerkrankungen sollten besonders vorsichtig sein.

Kann ich während einer Küstenwarnung am Strand baden?

Während einer Prealerta wegen Küstenphänomenen sollten Sie das Baden an exponierten Stränden vermeiden. Achten Sie unbedingt auf die Flaggenfarbe. Bei roter Flagge ist das Baden verboten. Auch bei gelber Flagge ist erhöhte Vorsicht geboten. Folgen Sie den Anweisungen der Rettungsschwimmer und meiden Sie Felsküsten.



Beitrag vom 09.07.2024 – Aktualisiert am: 25. November 2025