Warum sind die Kanarischen Inseln ganzjährig ein Traumziel für Europäer?
Die Kanarischen Inseln, eine spanische Inselgruppe im Atlantik etwa 100 Kilometer vor Marokko, empfingen 2024 erstmals über 15,2 Millionen ausländische Touristen. Laut dem spanischen Statistikinstitut INE bedeutet das einen Anstieg von 9,15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Rekordzahlen verdankt der Archipel seinem einzigartigen Klima. Denn die Temperaturen liegen ganzjährig bei 22 bis 23 Grad Celsius. Deshalb nennt man die sieben Inseln auch „Inseln des ewigen Frühlings“. Jorge berichtet seit über 15 Jahren von den Kanaren. Dabei kennt er beide Gesichter des Archipels: Winterparadies für Nordeuropäer und Sommerflucht für Festland-Spanier.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Ausländische Touristen 2024 | 15,2 Millionen (+9,15% gegenüber 2023) |
| Größter Quellmarkt | Großbritannien mit 41,8% Anteil (ca. 6,2 Mio. Gäste) |
| Zweitgrößter Quellmarkt | Deutschland mit unter 20% Anteil |
| Durchschnittliche Aufenthaltsdauer | 8,21 Tage |
| Ausgaben pro Tourist/Tag | 189 Euro (Dezember 2024) |
| Wintertemperaturen | 20-25°C tagsüber, 15-18°C nachts |
| Sommertemperaturen | 25-30°C tagsüber, 20-23°C nachts |
| Sonnentage pro Jahr | Etwa 300 Tage |
| Quelle | INE/Promotur Canarias, Dezember 2024 |
Warum fliegen Millionen Nordeuropäer im Winter auf die Kanaren?
Die Kanarischen Inseln verzeichnen zwischen November und März den größten Zustrom aus Nordeuropa. Allein im Dezember 2024 kamen laut INE 1.448.229 ausländische Touristen an. Dabei liegen die Temperaturen tagsüber bei 20 bis 25 Grad Celsius. Außerdem scheint die Sonne sechs bis sieben Stunden täglich. Das bietet einen scharfen Kontrast zum deutschen Winter mit Frost und Dunkelheit. Die Winterurlauber gaben laut INE durchschnittlich 189 Euro pro Tag aus. Folglich zeigt sich die hohe Kaufkraft der Gäste aus Deutschland, Großbritannien und Skandinavien.
Jorge beobachtet dieses Phänomen seit Jahren an den Stränden von Gran Canaria und Teneriffa. Während in Hamburg um 16 Uhr die Dunkelheit hereinbricht, genießen Urlauber auf Playa del Inglés noch warmen Sonnenschein. Besonders Rentner und Langzeiturlauber schätzen diese Bedingungen. Deshalb bleiben viele nicht nur eine Woche. Stattdessen überwintern sie für zwei bis drei Monate auf den Inseln. Die Hotels im Süden Gran Canarias melden in den Wintermonaten daher Auslastungsraten von bis zu 95 Prozent. Das bestätigt der spanische Hotel- und Gaststättenverband.
„Die Kanarischen Inseln profitieren von ihrer einzigartigen Lage. Der Kanarenstrom und die Passatwinde sorgen dafür, dass wir selbst im Winter frühlingshafte Temperaturen haben.“
— María Teresa Lorenzo, Direktorin der kanarischen Tourismusförderung Promotur Canarias
Warum flüchten Spanier im Sommer auf die Kanarischen Inseln?
Die Festland-Spanier entdecken die Kanaren vor allem im Juli und August als Fluchtort vor extremer Hitze. Denn in Sevilla und Córdoba herrschen dann Temperaturen von über 40 Grad Celsius. Laut dem Kanarischen Institut für Statistik ISTAC kommen rund 40 Prozent aller Besucher aus dem spanischen Inland. Dabei ist der Sommer die Hauptreisezeit für diese Gruppe. Die Passatwinde halten die Temperaturen auf den Inseln bei angenehmen 25 bis 30 Grad. Gleichzeitig erreicht das Thermometer auf der Iberischen Halbinsel Rekordwerte.
Besonders die Nächte machen den Unterschied. In Madrid kann die Temperatur um Mitternacht noch bei 28 Grad liegen. Hingegen sinkt sie auf Teneriffa und Lanzarote auf erholsame 20 bis 22 Grad. Jorge erlebt diese Verwandlung der Inseln jedes Jahr aufs Neue. Im August hört man an den Stränden mehr Spanisch als Deutsch oder Englisch. Außerdem wird die Atmosphäre deutlich lebhafter. Familien treffen sich in großen Gruppen. Zudem wird in den Restaurants bis spät in die Nacht gegessen. Mit Binter Canarias und Iberia bestehen täglich über 30 Direktflüge zwischen dem Festland und den kanarischen Flughäfen.
Welche Besonderheiten des Klimas machen die Kanaren einzigartig?
Die Kanarischen Inseln verdanken ihr mildes Ganzjahresklima drei natürlichen Faktoren. Laut dem spanischen Wetterdienst AEMET wirken diese zusammen: die Lage auf dem Breitengrad der Sahara, der kühlende Kanarenstrom und die beständigen Passatwinde aus Nordosten. Diese Kombination hält die mittlere Jahrestemperatur bei stabilen 22 bis 23 Grad Celsius. Ohne diese Regulierung wären Werte um 45 Grad zu erwarten – wie im benachbarten Marokko. Der Unterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monat beträgt lediglich 6 Grad. Damit erreicht kaum eine andere europäische Destination diesen Wert.
Eine Ausnahme bildet der Calima. Dieser heiße Ostwind aus der Sahara tritt laut AEMET vor allem zwischen Juni und September auf. Dabei kann er die Temperaturen für drei bis fünf Tage auf über 35 Grad treiben. Vereinzelt werden sogar 40 Grad Celsius erreicht. Zudem bringt der Calima feinen Saharastaub mit. Dadurch reduziert sich die Sichtweite erheblich. Gelegentlich wird sogar der Flugverkehr beeinträchtigt. Jorge rät Urlaubern mit Atemwegserkrankungen deshalb, während dieser Phasen körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Stattdessen sollten sie klimatisierte Räume aufsuchen.
„Die Wassertemperatur um die Kanaren schwankt nur zwischen 18 Grad im Winter und 24 Grad im Spätsommer. Das liegt am Kanarenstrom. Denn er wirkt als kühler Ausläufer des Golfstroms und verhindert extreme Schwankungen.“
— Dr. Ángel Rivera, Meteorologe beim spanischen Wetterdienst AEMET
Wie unterscheiden sich die Besucherströme im Jahresverlauf?
Die Kanarischen Inseln erleben zwei deutlich unterschiedliche Hauptsaisons mit verschiedenen Gästestrukturen. Das zeigen Daten der Tourismusförderung Promotur Canarias. Von November bis März dominieren Nordeuropäer mit einem Anteil von über 60 Prozent an allen ausländischen Gästen. Dabei stellen die Briten mit 41,8 Prozent die größte Gruppe. Die Deutschen folgen mit unter 20 Prozent. Diese Urlauber suchen vor allem Ruhe, Erholung und mildes Klima. Daher liegt ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 10 bis 14 Tagen.
Im Sommer dreht sich das Verhältnis. Spanische Familien vom Festland machen dann laut ISTAC etwa 40 Prozent aller Besucher aus. Sie buchen oft kurzfristiger. Außerdem bleiben sie im Schnitt nur 7 Tage. Zudem bevorzugen sie Unterkünfte mit Selbstverpflegung. Hotels und Restaurants passen sich diesem Wechsel an. Jorge beobachtet, wie Speisekarten im Sommer mehr spanische Hausmannskost bieten. Hingegen überwiegt im Winter internationale Küche. Auch die Fluggesellschaften reagieren entsprechend. Im Winter gibt es über 200 wöchentliche Direktflüge aus Deutschland. Dagegen werden im Sommer die Verbindungen von Madrid, Barcelona und Valencia verdoppelt.
Wann ist die beste Reisezeit für die Kanarischen Inseln?
Die Nebensaisonen April, Mai, September und Oktober gelten als ideale Reisemonate für die Kanaren. Denn das Wetter bleibt stabil. Gleichzeitig sind die Besucherströme jedoch deutlich geringer. Laut Klimadaten des spanischen Wetterdienstes AEMET liegen die Temperaturen in diesen Monaten bei 22 bis 26 Grad Celsius. Dabei gibt es nur zwei bis vier Regentage. Außerdem bieten die Hotels in dieser Zeit Preisabschläge von 20 bis 30 Prozent gegenüber der Hochsaison.
Urlauber mit Vorliebe für Strand und Wassersport sollten September oder Oktober wählen. Denn dann ist das Meer noch 23 bis 24 Grad warm. Hingegen profitieren Wanderer und Aktivurlauber von den angenehmen Temperaturen im April und Mai. Dann grünt die Vegetation auf Inseln wie La Palma und La Gomera besonders üppig nach den Winterregen. Jorge empfiehlt Erstbesuchern daher den Oktober als optimalen Kompromiss. Dieser Monat bietet gutes Wetter, moderate Preise und entspannte Atmosphäre.
Welche Herausforderungen bringt der Massentourismus für die Kanaren?
Die Rekord-Besucherzahlen von über 15 Millionen ausländischen Touristen jährlich stellen die Kanarischen Inseln vor wachsende Herausforderungen. Das bestätigen lokale Behörden und Bürgerinitiativen. Laut dem Cabildo de Tenerife sind die Wasserressourcen der Inseln bereits zu 90 Prozent ausgelastet. Außerdem bricht der Straßenverkehr in touristischen Zentren regelmäßig zusammen. Im April 2024 gingen deshalb erstmals Tausende Einwohner auf die Straße. Sie protestierten gegen Overtourism. Es waren die größten Demonstrationen in der Geschichte des Archipels.
Die Inselregierungen reagieren inzwischen mit neuen Maßnahmen. Seit Januar 2025 erhebt der Nationalpark Teide auf Teneriffa eine Eintrittsgebühr von 10 Euro für ausländische Besucher. Gleichzeitig führte die Gemeinde Mogán auf Gran Canaria eine Tagesgebühr von 0,15 Euro ein. Zudem sind weitere Regeln für Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb in Planung. Jorge beobachtet diese Entwicklungen mit gemischten Gefühlen. Denn die Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Lebensqualität für die 2,2 Millionen Inselbewohner bleibt fragil.
Warum bleiben die Kanaren trotz allem ein Sehnsuchtsort?
Trotz aller Diskussionen um Overtourism bleibt die Faszination der Kanarischen Inseln ungebrochen. Das zeigen die weiter steigenden Besucherzahlen. Im August 2025 verzeichnete der Archipel laut Promotur Canarias mit 1,23 Millionen internationalen Gästen einen neuen Monatsrekord. Das bedeutet ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kombination aus verlässlichem Sonnenschein an etwa 300 Tagen im Jahr, angenehmen Temperaturen ohne Extreme und vielfältiger Landschaft ist in Europa einzigartig. Dabei reicht das Spektrum von Vulkanen über Dünen bis zu Lorbeerwäldern.
Jorge kennt diese Anziehungskraft aus eigener Erfahrung. Wer einmal im Januar am Strand von Puerto de Mogán gesessen hat, während daheim der Schneesturm tobt, versteht den Reiz. Ebenso geht es jenen, die im August aus der brütenden Hitze Madrids in die frische Atlantikbrise von Lanzarote geflüchtet sind. Diese doppelte Rolle als Winterparadies und Sommerflucht macht den Archipel zu einem der vielseitigsten Reiseziele Europas. Das gilt heute – und auch in Zukunft.
Häufige Fragen zu den Kanarischen Inseln
Wie viele Touristen besuchen die Kanarischen Inseln jährlich?
Im Jahr 2024 kamen über 15,2 Millionen ausländische Touristen auf die Kanaren. Laut INE bedeutet das einen Anstieg von 9,15 Prozent gegenüber 2023. Hinzu kommen etwa 10 Millionen Besucher aus dem spanischen Inland. Somit liegt die Gesamtzahl bei rund 25 Millionen.
Welche Temperaturen herrschen im Winter auf den Kanaren?
Die Wintertemperaturen liegen tagsüber bei 20 bis 25 Grad Celsius. Nachts sinken sie auf 15 bis 18 Grad. Dabei beträgt die Wassertemperatur 18 bis 20 Grad. Laut AEMET gibt es im Winter etwa 6 Sonnenstunden täglich bei maximal 7 Regentagen pro Monat.
Warum kommen Spanier im Sommer auf die Kanaren?
Spanier vom Festland flüchten im Juli und August auf die Kanaren. Denn dort herrschen angenehme 25 bis 30 Grad. Hingegen werden in Städten wie Sevilla oder Madrid über 40 Grad gemessen. Die Passatwinde sorgen zudem für eine erfrischende Brise.
Was ist ein Calima und wann tritt er auf?
Calima ist ein heißer Ostwind aus der Sahara. Dabei bringt er Sandstaub und Temperaturen über 35 Grad auf die Kanaren. Laut AEMET tritt er vor allem zwischen Juni und September auf. Gewöhnlich dauert er 3 bis 5 Tage. Außerdem sinkt die Sichtweite auf unter 3 Kilometer.
Wann ist die beste Reisezeit für die Kanarischen Inseln?
April, Mai, September und Oktober gelten als ideale Reisemonate. Dabei liegen die Temperaturen bei 22 bis 26 Grad. Außerdem gibt es wenig Regen und moderate Preise. Strandurlauber wählen September oder Oktober wegen der Wassertemperatur von 23 bis 24 Grad. Hingegen bevorzugen Wanderer April und Mai.
Wie warm ist das Meer auf den Kanaren im Sommer?
Die Wassertemperatur erreicht im Spätsommer ihren Höchstwert von 23 bis 24 Grad Celsius. Im Juli und August liegt sie bei 22 bis 23 Grad. Der kühlende Kanarenstrom verhindert dabei höhere Temperaturen.
Aus welchen Ländern kommen die meisten Touristen auf die Kanaren?
Großbritannien stellt mit 41,8 Prozent den größten Anteil. Das sind etwa 6,2 Millionen Gäste jährlich. Deutschland folgt mit unter 20 Prozent auf Platz zwei. Weitere wichtige Märkte sind laut Promotur Canarias Irland, Italien mit 5 Prozent und Frankreich mit 4,1 Prozent.
Warum heißen die Kanaren „Inseln des ewigen Frühlings“?
Der Beiname bezieht sich auf das ganzjährig milde Klima. Dabei liegen die Temperaturen im Schnitt bei 22 bis 23 Grad. Außerdem beträgt die Schwankung zwischen wärmstem und kältestem Monat nur 6 Grad. Der Kanarenstrom und die Passatwinde sorgen für diese Stabilität.
Wie viel geben Touristen auf den Kanaren täglich aus?
Im Dezember 2024 gaben ausländische Touristen laut INE durchschnittlich 189 Euro pro Tag aus. Das sind 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gesamtausgaben pro Aufenthalt lagen bei etwa 1.548 Euro. Dabei betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 8,21 Tage.
Gibt es Maßnahmen gegen Overtourism auf den Kanaren?
Ja, seit 2025 erhebt der Nationalpark Teide 10 Euro Eintritt für ausländische Besucher. Außerdem führte die Gemeinde Mogán auf Gran Canaria eine Tagesgebühr von 0,15 Euro ein. Zudem ermöglichen neue Gesetze den Gemeinden, über Verbote neuer Ferienwohnungen abzustimmen.
One thought on “Magie der Kanarischen Inseln”
Comments are closed.