Dünen von Maspalomas: Verstärkte Kontrollen und Drohnenüberwachung zeigen Wirkung
Die Dünen von Maspalomas auf Gran Canaria stehen seit September 2025 unter verschärfter Überwachung durch Drohnen und die Guardia Civil. Bei einem vierstündigen Großeinsatz am 16. September 2025 wurden 75 Personen in Sperrgebieten angetroffen und 18 Bußgelder verhängt. Laut Antonio Morales, Präsident des Cabildo de Gran Canaria, steht das 404 Hektar große Naturschutzgebiet „heute viel besser da als noch vor zehn Jahren“ – dank der Investition von 5,5 Millionen Euro aus EU-Mitteln und modernster Sensortechnik.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Schutzgebiet | Dünen von Maspalomas, Gran Canaria, Kanarische Inseln, Spanien |
| Fläche | 404 Hektar (seit 1987 unter Naturschutz) |
| Jährlicher Sandverlust | 45.000 Kubikmeter |
| Investitionen | 5,5 Mio. Euro (EU-Mittel) + 450.000 Euro (Sensoren) |
| Umweltbeauftragte | 8 Agenten des Cabildo de Gran Canaria |
| Bußgeld bei Verstoß | 150 Euro (120 Euro bei Sofortzahlung) |
| Markierte Wanderwege | 8 Kilometer mit 1.500 Markierungspfählen |
| Quelle | Cabildo de Gran Canaria, September 2025 |
Was ist bei der Großkontrolle im September 2025 passiert?
Der Umweltdienst des Cabildo de Gran Canaria führte am 16. September 2025 gemeinsam mit der Guardia Civil (SEPRONA) und der Gemeindeverwaltung von San Bartolomé de Tirajana einen koordinierten Großeinsatz durch. 15 Beamte waren im Einsatz, ausgestattet mit Quads, Mopeds und Überwachungsdrohnen. Innerhalb von nur vier Stunden sprachen die Einsatzkräfte 75 Personen an, die sich in gesperrten Bereichen aufhielten.
18 Personen erhielten Bußgeldbescheide. Laut dem Nachrichtenportal Infos Gran Canaria befanden sich unter den Bestraften zwei Einheimische, vier spanische Staatsbürger aus anderen Regionen, mehrere ausländische Urlauber sowie ein Fotografieunternehmen mit illegalen Drohnenaufnahmen. Die Mehrheit der Verstöße betraf Touristen, die für Instagram-Fotos die markierten Wege verließen.
„Die Tatsache, dass zeitweise viele Menschen die Dünen betreten, ist weiterhin besorgniserregend. Es sind zwar deutlich weniger als vor zehn Jahren, aber es löst weiterhin soziale Besorgnis aus, und das ist gut so.“
— Antonio Morales, Präsident des Cabildo de Gran Canaria, September 2025
Welche neuen Überwachungstechnologien kommen zum Einsatz?
Das Cabildo de Gran Canaria installiert im Rahmen des Projekts „Impulsa Maspalomas“ ein digitales Überwachungssystem mit Bewegungssensoren. Die Ausschreibung für das System startete im Juni 2025, wie das Telekommunikationsunternehmen Sodetegc bestätigte. Das System umfasst drei Komponenten: Bewegungssensoren zur Erkennung von Personen in Sperrgebieten, digitale Beschilderung mit QR-Codes sowie Informationsbildschirme an den Hauptzugängen.
Zusätzlich überwachen Drohnen der Guardia Civil das 404 Hektar große Areal aus der Luft. Diese Technologie ermöglicht es den Behörden, illegale Aktivitäten auch in schwer zugänglichen Bereichen zu dokumentieren. Im August 2025 veröffentlichten das Cabildo und die Guardia Civil ein Video, das die neue Null-Toleranz-Politik deutlich macht. Die Investition in Sensortechnik beläuft sich auf 450.000 Euro.
Für die Brackwasserlagune Charca de Maspalomas plant das Cabildo ein separates Sensornetzwerk zur Überwachung der Wasserqualität. Dieses System misst Wassertrübung, Temperatur, pH-Wert sowie Nitrat-, Natrium-, Kalzium- und Bromidwerte in Echtzeit. Die Sensoren werden über Solarmodule betrieben.
Warum sind die Dünen von Maspalomas so gefährdet?
Die Dünen von Maspalomas verlieren laut der Universidad de Las Palmas de Gran Canaria jährlich etwa 45.000 Kubikmeter Sand ans Meer. Der Nachschub an Sediment reicht nicht aus, um diesen Verlust auszugleichen. Die Entwicklung der Touristenresorts seit den 1960er Jahren hat die natürlichen Windmuster gestört und den Sandkreislauf unterbrochen.
„Deshalb hat das Cabildo zum ersten Mal in der Geschichte acht Umweltbeauftragte eingesetzt, und es gelingt uns, unsere Kräfte mit anderen staatlichen und kommunalen Kräften zu bündeln.“
— Antonio Morales, Präsident des Cabildo de Gran Canaria
Täglich betreten zwischen 150 und 300 Personen die gesperrten Bereiche der Dünen. In den Abendstunden steigt diese Zahl laut Behördenangaben auf über 500 Personen. Jeder Schritt außerhalb der markierten Wege zerstört die einheimische Vegetation, insbesondere die Balancones (Traganum moquinii), die für die Dünenbildung unverzichtbar sind. Ohne diese Pflanzen kann sich kein neuer Sand ansammeln.
Was sollten Besucher der Dünen von Maspalomas beachten?
Besucher müssen auf den 8 Kilometer markierten Wanderwegen bleiben, die durch 1.500 Pfähle gekennzeichnet sind. Das Verlassen der Wege ist verboten und wird mit mindestens 150 Euro bestraft. Bei Sofortzahlung vor Ort reduziert sich das Bußgeld um 20 Prozent auf 120 Euro. Schwere Verstöße wie Pflanzenzerstörung oder das Errichten von Strukturen können bis zu 600 Euro kosten.
Die Dünen von Maspalomas sind rund um die Uhr kostenlos zugänglich. Jorge empfiehlt einen Besuch in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag, wenn die Temperaturen angenehmer sind und das Licht ideal für Fotos ist. Eine vollständige Wanderung vom Hotel Riu Palace Maspalomas zum Leuchtturm Faro de Maspalomas dauert etwa 2,5 Stunden.
Wichtig zu wissen: Drohnenflüge über dem Naturschutzgebiet sind ohne Genehmigung verboten. Bei der Kontrolle im September 2025 wurden zwei Drohnenbesitzer angezeigt. Fotografen und Filmteams benötigen eine vorherige Genehmigung des Cabildo de Gran Canaria.
Wie viel investiert Gran Canaria in den Dünenschutz?
Das Cabildo de Gran Canaria hat in der vergangenen Legislaturperiode 5,5 Millionen Euro an EU-Geldern für den Schutz der Dünen erhalten. Diese Mittel fließen in das Projekt „Masdunas“, das 2018 gestartet wurde und mehrere Maßnahmen umfasst: die Umlagerung von 60.000 Kubikmetern Sand von der Küste zurück ins Dünengebiet, die Installation von 78 Sandfanggeräten sowie die Pflanzung von 350 Balancones.
Zusätzlich investiert das Cabildo 450.000 Euro in Bewegungssensoren und 1 Million Euro in verschiedene Kontrollmaßnahmen im Rahmen des Programms „Impulsa Maspalomas“. Die Kampagne „Dein Look, der einzige Fußabdruck“ (spanisch: „Tu look, la única huella“) mit einem Budget von 30.000 Euro sensibilisiert Touristen an Flughäfen, in Hotels und auf der Buslinie Guaguas Global von Las Palmas nach Mogán.
Welche Erfolge zeigen die Schutzmaßnahmen bisher?
Raúl García Brink, Inselrat für Umwelt bei Gran Canaria, berichtet von wiederentdeckten Pflanzenarten, die als verschollen galten. Die Regenerationsmaßnahmen des Projekts „Masdunas“ zeigen messbare Wirkung. Während des Corona-Lockdowns 2020 erholten sich die Dünen erstaunlich schnell, was die Bedeutung der Besucherlenkung unterstreicht.
Die Zahl der Sanktionen ist deutlich gestiegen: Von 20 Bußgeldern im Jahr 2022 auf 120 Bußgelder allein in den ersten sieben Monaten 2023 – eine Versechsfachung. Dies zeigt einerseits die verstärkte Kontrolle, andererseits aber auch das anhaltende Problem mit Regelverstößen. Im Jahr 2025 wurden die Kontrollen durch den Einsatz von Drohnen und die Einbindung der Guardia Civil nochmals intensiviert.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie hoch ist das Bußgeld für das Betreten der gesperrten Dünenbereiche in Maspalomas?
Das Bußgeld beträgt mindestens 150 Euro für das Verlassen der markierten Wege. Bei Sofortzahlung vor Ort erhalten Sie 20 Prozent Rabatt (120 Euro). Bei schweren Verstößen wie Pflanzenzerstörung oder dem Errichten von Strukturen steigt das Bußgeld auf bis zu 600 Euro.
Darf ich eine Drohne über den Dünen von Maspalomas fliegen lassen?
Nein, Drohnenflüge über dem Naturschutzgebiet sind ohne Genehmigung verboten. Im September 2025 wurden zwei Drohnenbesitzer bei einer Kontrolle angezeigt. Fotografen und Filmteams müssen vorab eine Genehmigung beim Cabildo de Gran Canaria beantragen.
Wie lang sind die Wanderwege durch die Dünen von Maspalomas?
Die markierten Wanderwege durch die Dünen haben eine Gesamtlänge von 8 Kilometern. Sie sind durch 1.500 Pfähle gekennzeichnet. Eine vollständige Wanderung vom Hotel Riu Palace Maspalomas zum Leuchtturm Faro de Maspalomas dauert etwa 2,5 Stunden.
Wie groß ist das Naturschutzgebiet der Dünen von Maspalomas?
Das besondere Naturschutzgebiet (Reserva Natural Especial) der Dünen von Maspalomas umfasst 404 Hektar. Es steht seit 1987 unter Schutz und ist das einzige Dünengebiet dieser Art auf den Kanarischen Inseln.
Warum verlieren die Dünen von Maspalomas jedes Jahr Sand?
Die Dünen verlieren jährlich etwa 45.000 Kubikmeter Sand ans Meer. Laut der Universidad de Las Palmas de Gran Canaria haben die Touristenresorts seit den 1960er Jahren die natürlichen Windmuster gestört. Der Sand kann nicht mehr zirkulieren und geht dauerhaft verloren.
Wie viele Umweltbeauftragte überwachen die Dünen von Maspalomas?
Das Cabildo de Gran Canaria hat erstmals in der Geschichte acht Umweltbeauftragte speziell für die Dünen eingesetzt. Zusätzlich unterstützen die Guardia Civil (SEPRONA) und die Lokalpolizei von San Bartolomé de Tirajana die Überwachung.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Dünen von Maspalomas?
Die Dünen sind rund um die Uhr kostenlos zugänglich. Die beste Besuchszeit ist früh morgens oder am späten Nachmittag, wenn es kühler ist und das Licht ideal für Fotos. Planen Sie etwa 2,5 Stunden für eine vollständige Wanderung ein.
Was ist das Projekt „Masdunas“ zum Schutz der Dünen?
„Masdunas“ ist ein Regenerationsprojekt des Cabildo de Gran Canaria mit einem Budget von 5,5 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Es umfasst die Umlagerung von 60.000 Kubikmetern Sand, die Installation von 78 Sandfanggeräten und die Pflanzung von 350 einheimischen Balancones-Pflanzen.
Wie viele Menschen betreten täglich die gesperrten Bereiche der Dünen?
Täglich betreten zwischen 150 und 300 Personen die Sperrgebiete der Dünen. In den Abendstunden steigt diese Zahl laut Behördenangaben auf über 500 Personen. Dies schädigt die einheimische Vegetation und stört die Tierwelt erheblich.
Welche Strafen drohen bei schweren Verstößen in den Dünen von Maspalomas?
Bei schweren Verstößen wie Pflanzenzerstörung, illegalem Camping oder dem Errichten von Strukturen für Fotos drohen Bußgelder zwischen 150 und 600 Euro. Unternehmen ohne Drehgenehmigung zahlen noch höhere Strafen. Bei der Kontrolle im September 2025 wurde auch ein Fotografieunternehmen angezeigt.