Urlaub an der spanischen Küste: Wenn der Strandurlaub zum Luxus wird
Die Durchschnittsmiete für eine Ferienwohnung an der spanischen Küste beträgt im Sommer 2025 genau 1.270 Euro pro Woche. Das übersteigt den gesetzlichen Mindestlohn in Spanien. Jorge berichtet heute über eine Entwicklung, die viele Deutsche auf den Kanaren hautnah erleben: Der Sommerurlaub am Meer ist für viele Familien zum unbezahlbaren Traum geworden.
Im Juni 2024 titelte die spanische Presse bereits alarmierend: Sommerurlaub an der Küste sei fast ein Luxus. Damals lag der Wochenpreis bei durchschnittlich 895 Euro. Seitdem sind die Preise um weitere 6 bis 7 Prozent gestiegen, und fast 7 Millionen Spanier mussten ihre geplanten Urlaubsreisen absagen. Diese Entwicklung betrifft auch Sie als deutsche Residenten und Urlauber auf den Kanarischen Inseln unmittelbar.
| Fakten | Details |
|---|---|
| Durchschnittspreis Ferienwohnung | 1.270 Euro pro Woche (2025) |
| Preissteigerung seit 2020 | 40 Prozent |
| Preissteigerung 2024 zu 2025 | 6 bis 7 Prozent |
| Stornierte Urlaube 2025 | Fast 7 Millionen Spanier |
| Teuerster Standort | Puerto Banús: 3.700 Euro/Woche |
| Quelle | Grupo Tecnitasa, Observatorio Cetelem 2025 |
Wie viel kostet der Strandurlaub in Spanien 2025?
Eine Woche Ferienwohnung an der spanischen Küste kostet 2025 durchschnittlich 1.270 Euro. Das sind 110 Euro mehr als im Vorjahr. Seit 2020 haben sich die Preise um fast 40 Prozent erhöht. Jorge hat diese Zahlen aus dem aktuellen Bericht der Grupo Tecnitasa zusammengetragen. Sie bestätigen, was viele beim Buchen gespürt haben: Die goldenen Zeiten günstiger Strandurlaube sind vorbei.
Die Preisspanne ist dabei enorm. In Puerto Banús bei Marbella zahlen Urlauber für eine 110-Quadratmeter-Wohnung stolze 3.700 Euro pro Woche. Am anderen Ende der Skala findet man in Valdenoja bei Santander kleine Apartments für 510 Euro wöchentlich. Auf den Kanaren liegen die Preissteigerungen zwischen 3 und 6 Prozent, also unter dem nationalen Durchschnitt.
Warum steigen die Mietpreise für Ferienwohnungen so stark?
Drei Faktoren treiben die Preisspirale: hohe touristische Nachfrage, steigende Betriebskosten und ein schrumpfendes Angebot bezahlbarer Unterkünfte. Experten von Tecnitasa warnen, dass der Druck hoch bleiben wird. Die gute Nachricht: Der Preisanstieg hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verlangsamt. 2024 stiegen die Kosten noch um fast 10 Prozent.
Andalusien verzeichnet die stärksten Preissteigerungen im Land. In Cádiz und Málaga kletterten die Mieten um mehr als 12 Prozent. Ein Apartment in San Roque kostet jetzt 2.300 Euro pro Woche statt 1.900 Euro im Vorjahr. In Nerja explodierte der Preis von 850 auf 1.450 Euro wöchentlich. Das entspricht einem Anstieg von über 70 Prozent.
Wie reagieren die Spanier auf die hohen Urlaubskosten?
Fast 7 Millionen Spanier haben ihre geplanten Sommerreisen 2025 abgesagt. Das zeigt eine Studie des Observatorio Cetelem. 78 Prozent der Bevölkerung wollten verreisen, doch nur 64 Prozent schafften es. Der Hauptgrund: 57 Prozent der Daheimgebliebenen gaben an, dass ihre finanzielle Situation es nicht erlaubte.
Wer dennoch verreiste, passte sein Verhalten an. Die durchschnittliche Urlaubsdauer schrumpfte auf nur noch 9 Tage, also 5 Tage weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Gesamtaufwand auf 1.443 Euro pro Person. Besonders bemerkenswert: Jeder fünfte Spanier finanzierte seinen Urlaub über Ratenzahlung. Bei den 18- bis 24-Jährigen nutzte sogar mehr als die Hälfte Finanzierungsoptionen, denn der Traum vom Meer bleibt stark.
Was bedeutet diese Entwicklung für die Kanaren?
Die Kanarischen Inseln stehen vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits steigen auch hier die Preise für Ferienvermietungen. Andererseits verschärft der Boom der Ferienwohnungen die Wohnungssituation für Einheimische dramatisch. Fast 50 Prozent aller Mietwohnungen auf den Kanaren werden mittlerweile als Ferienunterkunft angeboten, und diese Entwicklung betrifft besonders die touristischen Zentren.
In Las Palmas de Gran Canaria hat sich das Angebot an Ferienwohnungen innerhalb von 18 Monaten vervierfacht. Gleichzeitig liegt die durchschnittliche Monatsmiete bei etwa 1.330 Euro. Das kanarische Parlament verabschiedete deshalb im November 2025 ein neues Gesetz zur Regulierung von Ferienwohnungen. Die Zahl der registrierten touristischen Unterkünfte könnte dadurch von 72.828 auf etwa 9.500 sinken.
Wie trifft die Preisentwicklung deutsche Residenten auf den Kanaren?
Deutsche Auswanderer und Langzeitresidenten spüren den Druck doppelt. Die Mietpreise für reguläre Wohnungen in Las Palmas stiegen im vergangenen Jahr um über 9 Prozent. Gleichzeitig liegen die Löhne auf den Kanaren 16 Prozent unter dem spanischen Durchschnitt. Ein durchschnittlicher kanarischer Arbeitnehmer verdient 1.642 Euro brutto monatlich, während in Madrid fast 2.900 Euro gezahlt werden.
Die Schere zwischen Einkommen und Lebenshaltungskosten öffnet sich weiter. Die Löhne auf den Kanaren sanken in den vergangenen drei Jahren um 6,8 Prozent, während die Mietkosten um 40 Prozent stiegen. Für ein angenehmes Leben auf den Inseln rechnen Experten mit mindestens 1.900 Euro netto monatlich. Diese Summe erreichen jedoch die wenigsten Beschäftigten im Archipel.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet eine Ferienwohnung an der spanischen Küste pro Woche?
Im Sommer 2025 liegt der Durchschnittspreis bei 1.270 Euro pro Woche. Die Spanne reicht von 510 Euro in Nordspanien bis 3.700 Euro in Puerto Banús bei Marbella. Auf den Kanarischen Inseln stiegen die Preise um 3 bis 6 Prozent.
Wie stark sind die Ferienwohnungspreise seit 2020 gestiegen?
Die Mietpreise sind seit 2020 um fast 40 Prozent gestiegen. Im Jahr 2025 betrug der Anstieg 6 bis 7 Prozent. Die stärksten Erhöhungen gab es in Andalusien mit über 12 Prozent.
Warum haben 7 Millionen Spanier ihren Urlaub 2025 abgesagt?
Die hohen Kosten für Unterkünfte zwangen viele Familien zur Absage. 57 Prozent nannten finanzielle Gründe. Die Tourismuspreise stiegen um 7,8 Prozent, also viermal so viel wie die allgemeine Inflation.
Welche Regionen in Spanien sind für Strandurlaub noch bezahlbar?
Nordspanien bietet moderatere Preise mit Apartments ab 510 Euro pro Woche. Die Kanaren, Tarragona und Murcia verzeichneten nur Steigerungen zwischen 3 und 6 Prozent.
Wie hoch sind die Mietpreise auf Gran Canaria 2025?
Die durchschnittliche Monatsmiete in Las Palmas liegt bei etwa 1.330 Euro. Der Quadratmeterpreis beträgt rund 14 Euro. Die Preise stiegen im Jahresvergleich um über 9 Prozent.
Was verdient man durchschnittlich auf den Kanarischen Inseln?
Das durchschnittliche Bruttogehalt beträgt 1.642 Euro monatlich. Das liegt 16 Prozent unter dem spanischen Durchschnitt von 1.988 Euro und etwa 1.000 Euro unter dem Niveau von Madrid.
Welche Auswirkungen hat das neue kanarische Ferienwohnungsgesetz?
Das Gesetz könnte die Zahl der Ferienwohnungen von 72.828 auf etwa 9.500 Einheiten reduzieren. Künftig müssen 90 Prozent der Wohnungen für dauerhafte Bewohnung reserviert bleiben.
Aktualisiert am: 28. November 2025

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