Deutsche Rente auf Gran Canaria beziehen: Was du wissen musst
Die deutsche Rente auf den Kanarischen Inseln zu beziehen ist für rund 22.800 deutsche Rentner in Spanien bereits Realität – und der Traum vom Ruhestand unter Palmen lässt sich einfacher verwirklichen als viele denken. Laut dem Rentenatlas 2024 der Deutschen Rentenversicherung überweist die DRV problemlos ins EU-Ausland, sodass du deine Rente sowohl auf ein deutsches als auch auf ein spanisches Konto erhalten kannst. Jörg Wegner-Köhler, seit über 6 Jahren Resident auf Gran Canaria, erklärt: „Die Kombination aus mildem Klima, günstigeren Lebenshaltungskosten und der guten medizinischen Versorgung macht die Kanaren zum idealen Ziel für deutsche Rentner.“
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Deutsche Rentner in Spanien | 22.792 Personen (Stand 2023, Rentenatlas 2024) |
| Deutsche auf den Kanaren | Ca. 20.000 Personen, davon etwa 10.475 auf Teneriffa |
| Standardrente Deutschland | 1.835,55 € brutto/Monat (seit 1. Juli 2025) |
| Lebenshaltungskosten | 20-27% günstiger als in Deutschland |
| Steuerfreibetrag Spanien (65+) | 6.700 € jährlich |
| Krankenversicherung | Über S1-Formular im spanischen Gesundheitssystem |
Kann ich meine deutsche Rente auf Gran Canaria beziehen?
Die deutsche Rente wird uneingeschränkt auf die Kanarischen Inseln überwiesen – das bestätigt die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer offiziellen Website. Grundlage dafür sind die EU-Verordnungen Nr. 1408/71 und Nr. 574/72, die den freien Personenverkehr innerhalb der EU regeln. Die Auszahlung erfolgt monatlich im Voraus, entweder auf ein deutsches Konto oder über das SEPA-Verfahren auf ein spanisches Bankkonto. Laut dem Auswärtigen Amt stellen dabei weder die Entfernung von über 1.500 Kilometern zum Festland noch die Zugehörigkeit zu einer spanischen Freihandelszone ein Hindernis dar.
Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied: Wenn du vor deiner Auswanderung auch in Spanien gearbeitet hast, musst du deinen Rentenantrag beim INSS stellen. Dort werden deine Beitragszeiten aus beiden Ländern zusammengerechnet. Hast du hingegen nur in Deutschland gearbeitet, stellst du den Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung – am besten einige Monate vor Erreichen der Altersgrenze. Die Standardrente beträgt seit dem 1. Juli 2025 bundeseinheitlich 1.835,55 Euro brutto bei 45 Versicherungsjahren.
„Die Rentenzahlungen können auf ein deutsches Konto, aber auch über das SEPA-Verfahren auf ein spanisches Konto erfolgen. Rentner müssen lediglich der Deutschen Rentenversicherung ihren Umzug beziehungsweise die Verlegung ihres gewöhnlichen Aufenthaltsortes mitteilen.“
— Auswärtiges Amt, Referat für Spanien, offizielle Webseite spanien.diplo.de
Wie funktioniert die Besteuerung der deutschen Rente in Spanien?
Die Besteuerung der deutschen Rente in Spanien richtet sich nach dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und Spanien. Entscheidend ist dabei, wann du erstmals deine Rente bezogen hast. Laut dem Steuerportal PEHOMA Consult gilt: Beziehst du erstmals ab dem 1. Januar 2015 eine deutsche Rente als in Spanien ansässige Person, erhält Deutschland für diese Rente ein begrenztes Besteuerungsrecht von 5 Prozent. Diese Regelung betrifft auch Betriebs-, Riester- und Rürup-Renten, deren Aufbau über mehr als 12 Jahre staatlich gefördert wurde.
In Spanien wohnhafte Personen müssen grundsätzlich ihr Welteinkommen versteuern. Die spanischen Einkommensteuersätze beginnen bei 19 Prozent für Einkommen bis 12.450 Euro und steigen progressiv auf bis zu 47 Prozent für Einkommen über 300.000 Euro. Allerdings profitieren Rentner ab 65 Jahren von einem erhöhten Grundfreibetrag von 6.700 Euro jährlich – ab 75 Jahren sogar 8.100 Euro. Die in Deutschland gezahlte Steuer wird in Spanien angerechnet, sodass keine Doppelbesteuerung entsteht.
Wichtig zu wissen: Bist du von der spanischen Steuererklärungspflicht befreit, wenn deine Gesamtjahresrente weniger als 11.200 Euro beträgt und du nicht in Deutschland steuerpflichtig bist. Übersteigt dein Jahreseinkommen diesen Betrag, solltest du in jedem Fall eine Steuererklärung in Spanien abgeben.
Was kostet das Leben auf Gran Canaria für Rentner?
Die Lebenshaltungskosten auf Gran Canaria liegen laut aktuellen Daten von Numbeo im Jahr 2025 etwa 20 bis 27 Prozent unter dem deutschen Niveau. Besonders bei Restaurantbesuchen sparen Auswanderer rund 17 Prozent, bei Lebensmitteln etwa 16 Prozent und bei Transportkosten sogar bis zu 36 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die niedrigere Mehrwertsteuer: Statt der spanischen IVA von 21 Prozent gilt auf den Kanaren die IGIC von nur 7 Prozent.
Für ein komfortables Leben solltest du als Rentner auf Gran Canaria zwischen 1.200 und 2.000 Euro monatlich einplanen. Die Mieten variieren stark je nach Standort: Während im touristischen Süden um Maspalomas eine 2-Zimmer-Wohnung etwa 800 bis 1.200 Euro kostet, findest du im Norden rund um Las Palmas bereits ab 600 Euro passende Unterkünfte. Benzin und Diesel sind etwa 15 bis 20 Prozent günstiger als in Deutschland, und auch Heizkosten entfallen dank des ganzjährig milden Klimas mit Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad Celsius komplett.
Wie komme ich in die spanische Krankenversicherung?
Als deutscher Rentner mit gesetzlicher Krankenversicherung hast du Anspruch auf das spanische Gesundheitssystem – das regelt das S1-Formular. Laut dem Auswärtigen Amt beantragst du dieses Formular bei deiner deutschen Krankenkasse (AOK, TK, Barmer usw.) noch vor deinem Umzug. Nach der Anmeldung in Spanien registrierst du das S1 beim INSS und erhältst dann die spanische Gesundheitskarte (Tarjeta Sanitaria). Die Kosten trägt weiterhin deine deutsche Krankenkasse – zusätzliche Beiträge in Spanien fallen nicht an.
So gehst du vor: Beantrage das S1-Formular telefonisch oder schriftlich bei deiner deutschen Krankenkasse. Nach deinem Umzug meldest du dich beim spanischen Einwohnermeldeamt an (Empadronamiento) und gehst dann mit dem S1 zum nächsten INSS-Büro. Dort wird dein Anspruch auf das spanische Gesundheitssystem registriert. Anschließend beantragst du im örtlichen Centro de Salud deine Tarjeta Sanitaria.
Privatversicherte erhalten kein S1-Formular. Stattdessen können sie mit dem Certificate of Entitlement ihren Versicherungsschutz nachweisen. Viele Auswanderer entscheiden sich zusätzlich für eine private Zusatzversicherung (Mutua), die zwischen 50 und 150 Euro monatlich kostet und kürzere Wartezeiten bei Fachärzten bietet. Besonders auf Gran Canaria und Teneriffa gibt es zudem zahlreiche deutschsprachige Ärzte.
Welche Dokumente brauche ich für den Umzug nach Gran Canaria?
Für einen dauerhaften Aufenthalt von mehr als 3 Monaten benötigst du als EU-Bürger die NIE-Nummer und die Eintragung ins Zentrale Ausländerregister (Certificado de Registro). Die Gebühr beträgt laut der Kanzlei SS Partners nur 12 Euro, und die Beantragung erfolgt persönlich bei der Policía Nacional deines Wohnortes. Voraussetzung ist der Nachweis einer Krankenversicherung – für Rentner reicht das S1-Formular – sowie ausreichender finanzieller Mittel.
Die wichtigsten Schritte in der richtigen Reihenfolge: Zunächst beantragst du die NIE-Nummer (auch vom Heimatland aus möglich über das spanische Konsulat). Nach der Ankunft erfolgt die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt (Empadronamiento) deiner Wohngemeinde. Dann beantragst du die Residencia bei der Policía Nacional. Mit der NIE eröffnest du ein spanisches Bankkonto und registrierst anschließend dein S1 beim INSS. Diese Schritte sind wichtig, denn sobald du als Resident eingetragen bist, giltst du steuerrechtlich in Spanien als ansässig.
Wann ist mit einer Normalisierung der Rentenbesteuerung zu rechnen?
Die aktuelle Regelung zur Rentenbesteuerung zwischen Deutschland und Spanien gilt seit 2015 und ist im Doppelbesteuerungsabkommen festgeschrieben. Änderungen sind derzeit nicht angekündigt. Laut Finanzamt Neubrandenburg, das für im Ausland lebende deutsche Rentner zuständig ist, prüft die Behörde anhand der Steuererklärung, ob und wie viel Steuern in Deutschland beziehungsweise Spanien zu zahlen sind. Die spanische Einkommensteuererklärung für das Steuerjahr 2025 ist bis zum 30. Juni 2026 abzugeben.
Nicht zu vergessen ist die spanische Vermögenssteuererklärung: Auslandsvermögen über 50.000 Euro muss im Modelo 720 bis zum 31. März des Folgejahres erklärt werden. Zudem gilt in Spanien ab einem Vermögen von etwa 700.000 Euro (je nach Region) eine jährliche Vermögenssteuer. Eine professionelle Steuerberatung vor Ort ist deshalb für Auswanderer mit größerem Vermögen dringend empfohlen.
Häufige Fragen zur deutschen Rente auf Gran Canaria (FAQ)
Verliere ich meine deutsche Rente, wenn ich nach Gran Canaria auswandere?
Nein, du behältst deine deutsche Rente vollständig. Die Deutsche Rentenversicherung überweist deine Rente problemlos in alle EU-Länder, einschließlich der Kanarischen Inseln. Du musst lediglich deinen neuen Wohnsitz mitteilen und ein Konto für die Überweisung angeben.
Wie hoch ist die deutsche Standardrente 2025?
Die Standardrente beträgt seit dem 1. Juli 2025 bundeseinheitlich 1.835,55 Euro brutto monatlich. Dieser Wert gilt für Rentner mit 45 Versicherungsjahren und durchschnittlichem Einkommen. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung bleiben etwa 1.624 Euro netto vor Steuern.
Muss ich meine deutsche Rente in Spanien versteuern?
Ja, als steuerlich Ansässiger in Spanien musst du dein Welteinkommen einschließlich der deutschen Rente in Spanien versteuern. Bei Renten ab 2015 behält Deutschland 5 Prozent ein, der Rest wird in Spanien versteuert. Die deutsche Steuer wird angerechnet, sodass keine Doppelbesteuerung entsteht.
Was kostet das Leben auf Gran Canaria im Monat?
Als Rentner solltest du mit 1.200 bis 2.000 Euro monatlich rechnen. Die Lebenshaltungskosten liegen etwa 20 bis 27 Prozent unter deutschem Niveau. Eine Mietwohnung kostet zwischen 600 und 1.200 Euro je nach Lage, Lebensmittel sind etwa 16 Prozent günstiger als in Deutschland.
Bin ich auf Gran Canaria krankenversichert?
Ja, als gesetzlich versicherter deutscher Rentner erhältst du mit dem S1-Formular Zugang zum spanischen Gesundheitssystem. Die Kosten trägt deine deutsche Krankenkasse. Du erhältst die spanische Gesundheitskarte (Tarjeta Sanitaria) und kannst alle öffentlichen Gesundheitsleistungen nutzen.
Ab wann bin ich in Spanien steuerpflichtig?
Du giltst als steuerlich ansässig in Spanien, sobald du dich mehr als 183 Tage im Jahr dort aufhältst oder deinen Lebensmittelpunkt dorthin verlegst. Ab diesem Zeitpunkt musst du dein Welteinkommen in Spanien versteuern und eine jährliche Steuererklärung bis zum 30. Juni abgeben.
Welche Dokumente brauche ich für die Auswanderung nach Gran Canaria?
Du benötigst einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, die NIE-Nummer (Ausländer-Identifikationsnummer), das S1-Formular deiner Krankenkasse und eine Wohnsitzanmeldung (Empadronamiento). Die Registrierung als Resident kostet nur 12 Euro und erfolgt bei der Policía Nacional.
Gibt es deutschsprachige Ärzte auf Gran Canaria?
Ja, auf Gran Canaria und den anderen großen Kanarischen Inseln gibt es zahlreiche deutschsprachige Ärzte und Fachärzte. Besonders in den beliebten Auswandererregionen ist die medizinische Versorgung auf Deutsch gut ausgebaut. Das Deutsche Konsulat führt eine Liste deutschsprachiger Mediziner.
Wie ist das Klima auf Gran Canaria für Rentner?
Gran Canaria bietet ganzjährig milde Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad Celsius. Die Insel wird nicht umsonst als „Insel des ewigen Frühlings“ bezeichnet. Das konstante Klima ist besonders für Rentner mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, Rheuma oder Atemwegserkrankungen vorteilhaft.
Wie viele Deutsche leben auf den Kanarischen Inseln?
Auf den Kanarischen Inseln leben etwa 20.000 Deutsche, wobei Teneriffa mit rund 10.475 Personen die meisten deutschen Einwohner hat. Gran Canaria folgt auf dem zweiten Platz. Insgesamt sind etwa 150.000 Deutsche in ganz Spanien gemeldet, davon rund ein Drittel Rentner.
